Was tun bei Viren auf dem Rechner?
Bei 8,8 Millionen Bundesbürgern richteten Viren bereits Schaden auf dem privaten Computer an. Das sind 18 Prozent aller Internetnutzer über 14 Jahren. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. "Zwar beklagt nur einer von fünf Internetnutzern einen Schaden durch Viren. Die Dunkelziffer ist aber viel größer. Viele bemerken gar nicht, dass ihr Rechner betroffen ist", sagte Prof. Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des BITKOM und Vorstandsvorsitzender des Vereins "Deutschland sicher im Netz". "Diese infizierten Rechner stellen nicht nur eine Gefahr für den Besitzer dar", betonte Kempf, "sie bedrohen auch massiv fremde Rechner im Netz."
Der BITKOM gibt Tipps zum richtigen Verhalten, wenn der Verdacht besteht, dass ein Rechner von einem Virus befallen ist.
1. Schadprogramm feststellen
Zunächst gilt es zu klären, ob der Computer tatsächlich einen Virus hat. Wer ein Anti-Viren-Programm auf seinem Rechner installiert und dieses regelmäßig aktualisiert, wird automatisch alarmiert. Die Schutzsoftware schlägt dann vor, wie der Eindringling unschädlich gemacht werden kann. Wichtig ist, das Anti-Viren-Programm regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen, da ständig neue Viren in Umlauf kommen. Am besten ist das Anti-Viren-Programm so eingestellt, dass es sich automatisch aktualisiert, sobald neue Versionen zur Verfügung stehen.
Wer keine oder veraltete Schutz-Software auf seinem Computer nutzt, kann nur aufgrund von Hinweisen auf Viren schließen. Ein Indiz für Schadprogramme ist eine deutlich verminderte Geschwindigkeit beim Hochfahren des Rechners oder beim Öffnen von Dateien. In vielen Fällen lassen sich bestimmte Dateien oder Dateitypen gar nicht mehr öffnen. Ein weiterer Anhaltspunkt sind längere Zugriffszeiten auf das Internet. Auch ein leicht verändertes Aussehen der Benutzeroberfläche kann ein Anhaltspunkt für Virenbefall sein. Allerdings können falsch installierte Software oder ein schlecht konfiguriertes Betriebssystem zu ähnlichen Problemen führen.
2. Daten sichern
Wenn feststeht, dass der Rechner infiziert ist, sollten umgehend alle wichtigen Daten und Dokumente auf einem externen Speichermedium wie externe Festplatte, DVD oder USB-Stick gesichert werden. Ohnehin ist es ratsam, regelmäßig Sicherungskopien wichtiger Daten auf externen Speichermedien anzufertigen. Im Falle einer Infektion des Computers sind diese dann zumeist außer Gefahr.
3. Virus isolieren oder entfernen
Ist ein Schadprogramm wie Virus, Wurm oder Trojaner entdeckt worden, muss es unschädlich gemacht werden. In vielen Fällen kann das Anti-Virus-Programm den Schädling direkt beseitigen. Zumindest ist es in der Lage, ihn zu isolieren und damit zu deaktivieren. Weil es sicherer ist, die Schadprogramme komplett zu entfernen anstatt sie nur wegzuschließen, empfiehlt sich der Einsatz von aktuellen Spezialprogrammen, die zum Entfernen eines bestimmten Virus entwickelt wurden. Namhafte Hersteller von Schutzsoftware bieten diese Werkzeuge häufig zum Herunterladen auf ihren Internetseiten an.
4. Fachmann fragen
Gelingt das Entfernen nicht, oder startet der Computer nach der Entfernung des Virus nicht neu, sollten ungeübte Nutzer in jedem Fall einen Fachmann hinzuziehen. Dieser hat nicht nur die Möglichkeit den Virus zu entfernen, sondern kann oft auch gelöschte oder beschädigte Dateien wieder herstellen. Als Serviceleistung werden vielerorts PC-Notdienste angeboten, die den Rechner auch vor Ort reparieren. Immer beliebter werden die Online-Services der Hersteller von Anti-Viren-Software. Bei diesen kostenpflichtigen Diensten schaltet sich ein Mitarbeiter per Internet auf den betroffenen Rechner und entfernt dabei direkt den Virus.
5. Vorbeugen ist der beste Schutz
Damit es nicht zum Ernstfall kommt, sollten Computerbesitzer vorbeugen. Dazu zählt, nicht nur das Anti-Viren-Programm stets aktuell zu halten. Auch die übrigen Anwendungen wie das Betriebssystem oder der Internetbrowser sollten regelmäßig aktualisiert werden. Entsprechende Sicherheits-Updates bieten die Hersteller an. Zur Vorbeugung zählt ebenfalls eine gewisse Vorsicht. So sollte man möglichst nur E-Mails öffnen, die man erwartet bzw. die von Absendern stammen, die man kennt. Viren verbergen sich oft im Anhang der E-Mail oder in den Grafiken. Generell sollte der Nutzer darauf achten, welche Dateien oder Plug-Ins er installiert. Eine große Gefahr stellt Software dar, die über zwielichtige Webseiten heruntergeladen wird.
Zur Methodik: Die Angaben stammen aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris im Auftrag des BITKOM, für die 1.000 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Privathaushalten befragt wurden.
Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.
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