Mit Tharus und Black Betty in die 3. Dimension

01.09.2005 | Nürnberg
Erstmals Live-Übertragungen in 3D möglich

Grundig präsentiert auf der Internationalen Funkausstellung in Zusammenarbeit mit den Firmen X3D Technologies (Jena), 3D Image Processing (Augsburg) und Cobalt Entertainment (Hollywood) eine echte Weltneuheit: Dreidimensionales Fernsehen in Echtzeit, live aufgenommen, live gesendet, in Farbe und vor allem ohne Brille. Eine spezielle stereoskopische Kamera und ein mit einem Spezialfilter versehener handelsüblicher Grundig Tharus LCD-Fernseher machen möglich, wovon Film- und Fernsehschaffende wie auch Zuschauer seit langem träumen: Farbfernsehen in drei Dimensionen.

Ausgangspunkt dieser Revolution in der Bildwiedergabe sind ein handelsüblicher LCD-Fernseher Tharus 30 von Grundig und eine professionelle digitale Stereokamera. Die Kamera wurde von 3D Image Processing (3D-IP) mit einer neu entwickelten Hardware namens Black Betty erweitert, die in Echtzeit aus den zwei von der Kamera aufgenommenen Bildern acht Ansichten errechnet und für das 3D-Display aufbereitet. Dies stellt einen Quantensprung für 3D Video und TV dar, da die dreidimensionale Aufnahme und Darstellung bislang in der Regel nur für computergenerierte Bilder, nicht aber für natürliche Aufnahmen möglich war. Dadurch sind neben gespeicherten 3D-Inhalten erstmals auch Live-Übertragungen in 3D möglich.

"Autostereoskopisches Multi-User-Display"

Für den dreidimensionalen Effekt bei der Bildwiedergabe sorgt ein in den Tharus integrierter, eigens entwickelter Spezialfilter der Firma X3D Technologies, die künftig unter New-sight GmbH firmieren wird. Dieser Filter bewirkt, dass die Bilder versetzt und in einem dem menschlichen Auge entsprechenden Abstand abgestrahlt werden. Dadurch nehmen die Augen unterschiedliche Bilder wahr, im Gehirn entsteht ein dreidimensionales Bild. Da die von 3D-IP entwickelte Hardware zudem acht Ansichten und damit mehrere Bildpaare erzeugt, kann dieses dreidimensionale Bild auch von unterschiedlichen Positionen im Raum gesehen werden. So können mehrere Zuschauer gleichzeitig das dreidimensionale Fernsehbild sehen, ohne dabei auf bestimmte Positionen vor dem Fernseher festgelegt zu sein. Die Fachleute bezeichnen den 3D-Tharus deshalb auch als "autostereoskopisches Multi-User-Display".

3D ist der logische nächste Schritt

Das Ergebnis der Kooperation mit X3D Technologies und 3D-IP ist für Grundig mehr als nur eine technische Spielerei. Thomas Haida, Director Product Management bei der Grundig Intermedia GmbH sieht darin eine sinnvolle Investition in die Zukunft. "Dreidimensionales Fernsehen ist ein alter Traum aller Fernsehschaffenden und nach der flächendeckenden Einführung des digitalen Fernsehens eigentlich der logische nächste Schritt."

Dass bis dahin noch einige Zeit ins Land gehen dürfte, ist Haida klar: "Wie bei HDTV, beim Breitbildfernsehen oder bei der digitalen Bildübertragung ist der Erfolg in erster Linie von den vorhandenen Inhalten abhängig. Die Technologie funktioniert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir werden jetzt intensiv daran arbeiten, die Verbreitung voranzutreiben, indem wir zum Beispiel entsprechende Projekte entwickeln und durchführen. Und natürlich setzen wir auf interessante Inhalte anderer Anbieter. George Lucas beispielsweise arbeitet bereits daran, die StarWars-Folgen für die dreidimensionale Wiedergabe zu bearbeiten. Wenn derartige Filme in 3D zur Verfügung stehen, wird das der entsprechenden Industrie einen gewaltigen Schub geben."

Die Fußball-WM in 3D

Ideen gibt es bereits jede Menge. So kann sich Haida beispielsweise Reiseberichte und wissenschaftliche Sendungen sehr gut in 3D vorstellen, da in beiden Fällen die räumliche Ansicht das Verständnis fördert und einen wesentlich besseren Eindruck entstehen lässt. Seine Vision jedoch ist die 3D-Übertragung großer Sportereignisse. "Möglicherweise wird es schon zur Fußball Weltmeisterschaft 2006 erste Testläufe geben. Das würde dem Projekt dann natürlich einen immensen Auftrieb verleihen."

Drei starke Partner

Die Nürnberger Grundig Intermedia GmbH ist im Rahmen der Kooperation für die Schnittstellen zwischen den Empfangs- bzw. Wiedergabegeräten und dem 3D-TV-Gerät sowie für die Integration der im MPEG4-Format vorliegenden 3D-Daten in die Settop-Boxen und DVD-Player zuständig.

Die künftig unter Newsight firmierende X3D Technologies GmbH (Jena) ist einer der führenden Hersteller 3D-fähiger Displays. Im Rahmen des gemeinsamen Kooperationsprojektes übernimmt X3D die Aufgabe, Flat-TVs von Grundig mit einem Spezialfilter für die 3D-Wiedergabe zu versehen.

Die Erstellung der Daten erfolgt durch das Augsburger Unternehmen 3D Image Proces-sing (3D-IP). Das Unternehmen hat eine Hardware entwickelt, die aus zwei stereoskopischen Bildern in Echtzeit acht Ansichten des aufgenommenen Bildes errechnet und durch das Rendering, also die Berechnung der Bildübergänge, die Daten überhaupt erst videotauglich macht. Damit wird nun erstmals die 3D Film- und TV-Produktion natürlicher, bewegter Bilder und deren 3D Wiedergabe in Echtzeit möglich.

Die Quelle der Daten ist eine Kamera, die den Kooperationspartnern von der in Hollywood ansässigen Cobalt Entertainment zur Verfügung gestellt wird. Cobalt Entertainment - bekannt durch die Mitarbeit bei zahlreichen 3D-Filmen von Disney und für IMAX-Kinos - ist eines der führenden Unternehmen für 3D-Technologie und 3D-fähige Inhalte. Die neueste Kamera-Generation des Unternehmens ist gemeinsam mit der Hardware von 3D-IP der Schlüssel zum Live-3D-Fernsehen.

Quelle: Pressemeldung GRUNDIG Intermedia GmbH

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