Der Fernseher, der aus dem Drucker kam
Ultraflach, leicht und energiesparend: Bildschirme auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED) gehören zu den vielversprechendsten Entwicklungen im Display-Markt der letzten Jahre. Der teure Herstellungsweg verhinderte bisher allerdings die Serienfertigung von OLED-Displays größer als 37 Zoll. Die Seiko Epson Corporation hat jetzt ein preiswerteres Verfahren auf Basis von Inkjet-Technologien vorgestellt, das einen absolut gleichförmigen Auftrag der organischen Moleküle auf die Trägerschicht des Bildschirms ermöglicht. Bislang erfolgte dieser Auftrag über einen thermischen Prozess in einer Vakuumkammer - ein Verfahren, das vor allem bei großen Bildschirmdiagonalen an seine Grenzen stößt. Der neue Inkjet-Prozess von Epson ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu großen OLED-Fernsehbildschirmen in Full HD.
TV-Displays auf OLED-Technik werden die heute gebräuchlichen Bildschirme über kurz oder lang ablösen. Sie liefern ein überragendes Kontrastverhältnis und können auch bei ungünstigen Betrachtungswinkeln klar gesehen werden. Die Schaltgeschwindigkeit der Dioden ist um den Faktor 2000 schneller als Dioden in herkömmlichen LCD-Displays - ein Vorteil für eine flüssige Bildwiedergabe. Zudem sind organische Displays Meister, wenn es um den sparsamen Umgang mit Energie geht. Sie benötigen keine Hintergrundbeleuchtung, auf die ein Großteil des Stromverbrauchs aktueller Geräte entfällt. Einziger Haken: Bislang gibt es kein Herstellungsverfahren, dass eine Großserienfertigung von Panelen gestattet, die größer als 94 Zentimeter sind. Die technische Hürde liegt dabei im Auftrag der einzelnen Schichten organischen Substrats auf einem Trägermedium. Diese Schichten müssen absolut gleichförmig plan in exakt vordefinierten Dicken aufgebracht werden. Um dies zu erreichen, werden bislang die leuchtfähigen Moleküle im Vakuum unter Hitze aufgedampft. Mit dem neuen Inkjet-Verfahren von Epson wird das organische Material in flüssiger Form Schicht für Schicht aufgespritzt. Der Vorteil: Das organische Substrat muss nicht erhitzt werden. Auch entfällt die aufwändige Herstellung von Lochmasken, die für eine Bedampfung erforderlich ist.
Das neue Verfahren beruht auf dem Einsatz der Micro Piezo-Technologie von Epson. Der extrem gleichmäßige Auftrag der einzelnen Schichten wird durch eine exakte Steuerung des Tintenaustritts und der Tröpfchengröße der Flüssigkeit erreicht. So gelangt nur die wirklich benötigte Substanzmenge auf die vorhergehenden Schichten oder das Trägermaterial. Die Menge des aufgespritzten Materials darf pro Schicht nur um weniger als ein Prozent abweichen. Dass dieses Verfahren auch praktikabel ist, hat das Unternehmen im Rahmen einer Versuchsproduktion gezeigt, in der absolut einheitliche Panele in Serie gefertigt wurden.
Nähere Einzelheiten zu der Technologie und ihrer Umsetzung wird Seiko Epson im Rahmen der Messe SID 2009 (Society for Information Display) in San Antonio, Texas, am 2. Juni erläutern. Auf dem Messestand zeigt das Unternehmen dabei ein 14 Zoll-Panel, das in seiner Auflösung einem 37 Zoll Full HD-Bildschirm entspricht. Der Prototyp entstand im Rahmen der Versuchproduktion.
Quelle: Pressemeldung Epson Deutschland GmbH
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